Reinigungs- und Pflegehinweise für Plattenbeläge im Außenbereich

NATURSTEINE haben unterschiedliche Eigenschaften (Härte, Saugfähigkeit, Säurempfindlichkeit etc.).  Eine Oberflächenbehandlung schützt und verschönert das Aussehen, sorgt für zeitgemäße Gebrauchseigenschaften und sichert Ihnen über viele Jahre ungetrübte Freude.

KERAMIKPLATTEN werden aus fein aufbereiteten Rohstoffen bei hohen Temperaturen gebrannt. Die dabei entstehenden hochdichten Oberflächen sind strapazierfähig und sehr unempfindlich, müssen jedoch direkt nach der Verlegung von Kleber-, Mörtel-, Verfugungs und sonstigen Schmutzeinträgen gereinigt werden. Die richtige Behandlung von Anfang an bringt die Eigenschaften des Keramikbelages voll zur Geltung und sichert Ihnen über viele Jahre ungetrübte Freude mit den vielseitigen Keramikfliesen.
Auch Ihr Garten- und Landschaftsgärtner bzw. Fliesenleger hat die Sorgfaltspflicht, Sie über die richtige Pflege und Reinigung zu informieren. Insbesondere die  Erstreinigung  neu verlegter Flächen ist unabdingbar, da auch kaum sichtbare Rückstände von Fugenmaterial oder Fliesenkleber Schmutz anhaften lassen und somit die Unterhaltsreinigung deutlich erschweren. Wenn erst mal mit Meister Proper Fugenmaterial angelöst wurde und sich milchige Schleier bilden ist "Holland in Not", siehe Foto.

Bitte beachten Sie die Reinigungs- und Pflegehinweise von Lithofin. Sie erhalten alle Lithofin- Produkte bei uns.
Bei Nichtbeachten dieser Hinweise übernehmen wir keine Gewährleistung für Schäden durch unsachgemäße Reinigung und Pflege der bei uns gekauften Beläge für den Außenbereich.

Die richtige Reinigung und Pflege von Naturstein und Outdoor-Keramik

Im Frühling erwacht im Garten endlich wieder das Leben. Pflanzen sprießen und blühen und die Tierwelt erwacht aus dem Winterschlaf. Auch Terrasse und Balkon erwachen, meist jedoch mit einem grünlichen Schleier auf den Bodenplatten.

Verzichte besser auf den Hochdruckreiniger !

Hochdruckreiniger zum Reinigen von Terrassenplatten zu verwenden ist absolut verlockend und sehr bequem. Für harte Natursteine und Keramik sind Hochdruckreiniger nur bedingt geeignet. Zu hoher Wasserdruck kann die Steinstruktur der Terrassenplatten angreifen, sodass sich nachfolgende Verschmutzungen einfacher anlagern können. Flechten, Moose und Algen werden zwar einfach oberflächlich entfernt, aber gleichzeitig werden Pflanzenteile tiefer in den geschützten Bereich der Poren gedrückt. Hier können sie sich dann gut vor UV-Strahlung oder Chemikalien verstecken – die Verschmutzung wird zukünftig meist schneller und hartnäckiger ausfallen. Geräte mit hohem Druck können selbst die beste Fugenmasse beschädigen. Bei ungebundener Verlegung wird der Fugensand meist komplett aus den Fugen gespült. Im schlimmsten Fall kann sogar die Fläche instabil werden. Nutze diese Geräte, wenn überhaupt, nur mit einem speziellen Flächenreinigungsaufsatz!

Der Grundsatz: Reinigung ist die Entfernung von Schmutz, Pflege ist das bewusste Hinterlassen von Rückständen.

Wo Wasser ist, da sind Algen meist nicht weit. Es gibt rund 16.000 verschiedene Moosarten auf der Erde. Dabei handelt es sich um äußerst widerstandsfähige Pflanzen. Sie überleben Temperaturen von -196°C. Bei länger anhaltenden Temperaturen über 30°C und fehlendem Wasser sterben sie nur oberflächlich ab. Die bekannte Grünalge ist eine der landlebenden Algen. Wo sie ist, muss es nur Feuchtigkeit und nicht zu starke Sonneneinstrahlung geben. Ihren Wuchs kann man nicht vollständig verhindern. Flechten sind symbiotische Lebensgemeinschaften, die aus einer Pilzart und verschiedenen Photobionten entstehen können. Man findet sie in der Wüste und auf nacktem Fels in 5000m Höhe und sogar in Permafrostregionen. Flechten sind gute Bioindikatoren. Je geringer die Luftbelastung durch sauren Regen ist, desto besser gedeihen sie. Cyanobakterien, Heterotrophe Bakterien, Schwefeloxidierende Bakterien, Eisenoxidierende Bakterien und Aktinomyzeten sind häufig auftretende Bakterien, die auf Natursteinen und Outdoorkeramik einen Biofilm bilden können. Ein Biofilm ist eine strukturierte Gemeinschaft von Mikroorganismen.

Maßnahmen, die das Bewuchsrisiko mindern. 
Regelmäßige Reinigung mit einem weichem Schrubber und fließendem Wasser aus dem Schlauch.
   Danach mit einem Gummiwischer abziehen. 
• Ausreichendes Gefälle von Terrassen und Balkonen (idealerweise 3% Gefälle)
 
• Kein stehendes Wasser unter dem Belag 
• Zurückschneiden von sonnenabdeckenden Büschen und Bäumen. 
• Regelmäßiges Durchspülen von Stelzlagersystemen

Die richtige Reinigung
Naturstein patiniert, das bedeutet, dass sich jeder Naturstein durch seine Umweltbedingungen verändert.
Wir liefern den Naturstein im Anfangszustand. Mit der Zeit wird er durch in die Poren eingedrungenen Staub und Regenwasser farbintensiver werden. Gleichzeitig wird er dadurch über die Jahre unempfindlicher.
Lassen Sie dem Stein einfach Zeit. Die Reinigung von Naturstein und Outdoor Keramik ist einfach, wenn Sie ein paar Regeln beachten und die richtigen Reinigungsmittel verwenden.
Für die alltägliche Reinigung genügen neutrale Reinigungsmittel und ein weicher Schrubber. Wichtig ist die Einwirkzeit von circa fünf Minuten und gründliches Nachspülen mit Wasser.

Der beste Tipp: die regelmäßige Reinigung.
Spezielle biologische Algen- und Moos-Entferner auf Basis von Mikroorganismen, die Grün-Beläge zersetzen, sind meist umweltfreundlicher als chemische Mittel. Sie sollten möglichst biologisch abbaubar sein und keine schädlichen Stoffe enthalten. Die Herstellerangaben und Sicherheitshinweise müssen unbedingt beachtet werden. Empfindlichen Steine bitte vorsichtig prüfen.
Manche Mittel können Naturstein angreifen. Vor der Anwendung bitte an einer unauffälligen Stelle testen.

Bevor Sie mit einer chemischen Reinigung beginnen, empfiehlt es sich, gröberen Schmutz wie Erde oder Sand zuerst mit einem weichen Besen zu entfernen. Angrenzende Grünflächen können Sie vor dem Reinigungsmittel schützen, indem Sie sie zuvor gut wässern. So verringert sich die Aufnahme des Mittels bei Kontakt. Die ideale Temperatur für die Reinigung liegt zwischen +10° und +25° C.

Behandlung der unterschiedlichen Materialien:
Gesteine wie Marmor, Kalkstein, Sandstein und Travertin, die in der Natur durch Gesteinsablagerung entstanden sind, wittern durch Regen mit den Jahren oberflächlich an. Der Inhaltsstoff „Kalk“ bewirkt, dass die Natursteinplatten nicht säurefest sind. Deshalb empfehlen wir für eine intensivere Reinigung mild alkalische Reinigungsmittel (pH kleiner 10,5 bis pH 7).
Chemische Reiniger, insbesondere Chlorbleichlauge, können kalkhaltige Natursteine angreifen. Wer sich für säurefreie und ph-neutrale Reiniger entscheidet, ist auf der sicheren Seite. 

Bei Rotwein, Fett oder Vogelkot und bei allen Stoffen, die in die Poren des Natursteins einziehen, sollten Sie schnell reagieren.
Je länger Sie warten, desto größer kann die optische Beeinträchtigung sein. Am besten sofort mit einem saugfähigen Tuch oder Küchenkrepp die Stoffe aufnehmen und nicht einreiben. Die Fleckenreste mit Wasser und mildalkalischem Reiniger abwischen und mit klarem Wasser nachspülen.

Bitte auch auf den Einsatz von Taumitteln wie Salz verzichten. Grundsätzlich greift das jedes Gestein und den Unterbau an. Insbesondere bei Kalksteinen kann Tausalz immense Schäden anrichten!
Für die Reinigung von Hartgesteinen wie Granit, Quarzit, Gneis, Basalt und Gabbro genügen in der Regel die gleichen Anwendungen und Reiniger wie bei den Weichgesteinen. Da Hartgesteine aber robuster sind, und meist auch säurebeständig, kann man bei hartnäckigen Flecken auch zu einem säurehaltigen Reiniger greifen, der auf Basis von Amidosulfonsäure ist.
Für keramische Terrassenplatten können sie jeden handelsüblichen Reiniger verwenden. Weitere chemische Mittel, die verwendet werden dürfen, sind Algen- und Moosentferner auf Basis von quartären Ammoniumverbindungen (QAV) und Chlorbleichlauge.

Wichtig ist, dass das Schmutzwasser nicht ins Grundwasser oder den Regenwasserkanal gelangen darf. Infos für die notwendige persönliche Schutzausrüstung erfahren Sie aus den Merkblättern der Hersteller.
Säuren, wie Salzsäure, Schwefelsäure etc. sind nicht geeignet und können schwere Schäden anrichten.
Pestizide wie Insektizide und Herbizide sind nicht für die Entfernung von Grünbelägen im Privatbereich zugelassen. 

Auskunft, was erlaubt ist, erteilt die zuständige Umweltbehörde der Städte und Gemeinden.

Pflegemittel und Imprägnierungen können zu unerwünschten Ergebnissen führen.

Wir müssen leider darauf hinweisen, dass eine Imprägnierung der Oberfläche zu einer unerwünschten Optik führen kann (fleckig). Bei Sedimentgesteinen kann eine Änderung der Frostbeständigkeit entstehen. Das hat uns dazu bewogen einen Haftungsausschluss geltend zu machen, wenn die bei uns erhaltenen Natursteine von „oben“ behandelt werden.
Die grundlegende Eigenschaft des Natursteins ist die kapillare Leitfähigkeit, die durch eine Oberflächenbehandlung eliminiert wird. Nicht zu verwechseln mit der Dampfdiffusionsfähigkeit, die einige Produkte versprechen. Eine Verlege- vorimprägnierung der Unterseite hingegen verringert das Risiko von Feuchteflecken und Verfärbungen durch den Zementmörtel sehr stark.

Fazit
Oberflächen von Naturstein und Outdoor Keramik in Außenbereichen sind den Umwelteinflüssen durch Regen, Sonnenstrahlung, Staub und Schmutz unter verschiedensten Temperaturbedingungen ausgesetzt. Im Laufe der Zeit entstehen natürliche Veränderungen der Oberfläche und der Optik. Diese natürliche Patina unterstreicht den Charakter des Materials und lässt es noch schöner erstrahlen. Unerwünschter Grünbelag lässt sich meist ohne Chemikalien oder Hochdruckreiniger entfernen. Mit einer sanften Behandlung bleibt die Patina und somit die Schönheit des Natursteins, aber auch der Keramik, erhalten.