Pflasterklinker mit Fugenmörtel richtig verfugen

Man kann Pflasterklinker dauerhaft und schön verfugen –   es ist aufwändiger als bei einer herkömmlichen Verlegung.

Auf der ansonsten schönen Terrasse oder in Wegen um das Haus nervt Unkraut in Pflasterflächen  gewaltig.

Hier werden Pflasterklinker oft und gern verwendet und sehen neu verlegt auch erst einmal klasse aus. Das ändert sich, wenn sich spätestens in der zweiten Saison Gräser und Unkräuter allmählich in den viel zu engen Pflasterfugen verfestigen und ausbreiten. Spätestens jetzt merkt der Gartenbesitzer, dass dieses Thema vor der Verlegung irgendwie vergessen wurde.

Pflasterklinker ohne Fuge
Verlegung"knirsch"; festen Fugenmörtel einbringen: nicht möglich

Pflasterklinker werden oft falsch verlegt

Sehr häufig sind Pflasterklinker eng aneinander gelegt ("knirsch"). Diese Art der engsten Verlegung (Stein an Stein) ist natürlich am schnellsten und einfachsten umsetzbar. Sie entspricht jedoch nicht den Verlegerichtlinien für Pflasterklinker und verhindert eine nachträgliche feste Verfugung grundsätzlich, weil einfach keine oder nur minimal breite Fugen vorhanden sind. Wenn man sich also Gedanken um eine feste Verfugung machen will, sollte man die erforderlich Fugenbreite möglichst schon im Vorwege genau mit dem Verarbeiter besprechen.

Fase wird mit Besenstielkopf freigeräumt

Voraussetzungen für eine feste und dauerhafte Verfugung

Die Voraussetzungen für eine feste Fuge, an der man auch über viele Jahre hinweg Freude haben wird, sollten vor der Verlegung bedacht werden.
Wenn Sie folgende kleine Checkliste beachten und den höheren Aufwand hierfür auch in Kauf nehmen möchten, wird eine feste Verfugung auch wirklich langfristig funktionieren.

  • standfester, setzungsfreier und wasserabführender Untergrund
  • wasserdurchlässige und setzungsfreie Bettung
  • Fugenbreite mindestens 5 mm
  • Bewegungsfugen, insbesondere an anderen Werkstoffen und Gebäudeteilen
  • einen mit Wasser einschlämmbaren und abspülbaren 2K-Pflasterfugenmörtel verwenden
  • die Fase grundsätzlich freikehren.

Die Fuge beginnt unterhalb der Fase!

Auf dem Foto können wir sehr schön sehen, dass die Fase (der angeschrägte obere Seitenbereich des Klinkers) keinen Fugenmörtel enthält.
Die Fase muss direkt nach der Verfugung der Steine unbedingt von dem eingefüllten Mörtel befreit, also freigekehrt werden.
Das kann man mit einem Besen oder z.B. dem Kopf eines umgedrehten Besenstiel berwerkstelligen.
Es ist erforderlich weil der Fugenmörtel in der Schräge der Fase keinen dauerhaften Halt findet und Belastungen auf Dauer nicht stand halten würde.
Der Mörtel würde mit der Zeit aus dem Fasenbereich „herausbröseln“.

Der verwendete Pflasterfugenmörtel sollte einschlämmbar, spülfähig und besonders stabil sein

Diese Voraussetzungen erfüllt am besten der Pflasterfugenmörtel vdw 850 plus von der Gesellschaft für technische Kunstoffe (GftK). Dieser moderne Pflasterfugenmörtel besitzt alle Eigenschaften, die man bei der Verfugung von Klinkerflächen erwartet. Er ist mit Wasser einschlämmbar und kann mit einem Wassersprühstrahl hervorragend auch von rauhen Oberflächen bei gebürsteten, porigen Klinkern abgereinigt werden, ohne Mörtelrückstände zu hinterlassen. Durch seine selbstverdichtende Eigenschaft können (und sollten) die Pflasterklinker auf voller Steinhöhe mit Fugenmörtel verfüllt werden. Darüber hinaus ist der vdw 850 frost- und tausalzbeständig, frostsicher, abriebfest, wasserdurchlässig und kann auch bei leichtem Regen und niedrigen Temperaturen verarbeitet werden. Durch seine Eignung für leichte bis mittlere Verkehrsbelastungen ist auch eine Verfugung von Grundstückszufahrten bei geeigneter Bettung und Tragschicht möglich. Für die sichere Verarbeitung von 2K-Pflasterfugenmörteln sollte man über Erfahrungen mit Reaktionsharzmörteln verfügen oder eine ausführliche Beratung der GftK anfordern.

Auch nachträgliche Verfugen sind möglich, wenn die Voraussetzungen stimmen

Bei geeigneten Bettungen und ausreichenden Fugenabständen können Pflasterklinker natürlich auch nachträglich mit Pflasterfugenmörtel verfugt werden. Hier gilt es, wirklich gewissenhaft zu prüfen, ob eine Fugenbreite von minimal 5 mm unterhalb der Fase gegeben ist.
Wer weniger Ansprüche an die makellose Optik stellt, dem empfehlen wir Fugenbrechsand für lose Verfugung. mehr über alternative Verfugung

P.S. Quarzsand ist nicht geeignet.

siehe auch blog: https://www.baustofflust.de/blog/pflasterklinker-richtig-verfugen/